NACHRUF AGNES-ELISABETH SCHÖTTLER verstorben am 6. August 2017

NACHRUF AGNES-ELISABETH SCHÖTTLER verstorben am 6. August 2017

AGNES-ELISABETH SCHÖTTLER, geborene Düpow Geboren am 14. August 1950, verstorben am 6. August 2017

 

Mit großer Bestürzung mussten wir bei einer bewegenden Trauerfeier in Bad Segeberg von unserer langjährigen Vorsitzenden und Ehren- präsidentin Abschied nehmen. 

Agnes-Elisabeth Schöttler war Sinologin – und das mit ganzem Herzen. Sie war fachkundig als Reiseveranstalterin und bot eine Reihe sehr individueller Chinareisen an, die mit viel Liebe, Umsicht und Engagement zusammengestellt wurden. 

Da ihr das aber nicht ausreichte, stellte sie ihr umfassendes Wissen über China auch der Hamburger China-Gesellschaft e.V. (HCG) zunächst als sehr aktives Mitglied und dann als Vorsitzende und Präsidentin bis 2013 zur Verfügung. 

Sowohl ihr Ideenreichtum als auch ihre direkte und zupackende Art führten die HCG in eine einzigartige Situation. Das von ihr in langjähriger und mühevoller Kleinarbeit aufgebaute Netzwerk zeigte im Ergebnis einen einzigartigen Schatz an Kontakten zu jedweder Art von Organisationen und Institutionen mit Chinabezug. Hervorzuheben sind hier insbesondere die ''Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg, die Handelskammer, die unterschiedlichsten Häuser der Hamburgischen Museen- und Hochschullandschaft, andere Vereine mit Chinabezug und natürlich die engen Kontakte zu chinesischen Gesprächspartnern aller Art in Deutschland und China. 

Unvergessen bleiben die kulturellen Glanzlichter, die die HCG zu den Chinawochen (heute: China Time) beisteuerte. So trat im Rahmen eines Konzerts in der Musikhalle der große Chor der Shanghaier Staatsanwaltschaft auf. Auch der Kontakt zum Shanghaier Konservatorium war eng, dessen Musik studierende Schüler mit ihrem Professor Hamburg einen Besuch abstatteten und ein großes Publikum mit ihrem Konzert begeistern konnten. 

Die von ihr geknüpften Kontakte gingen weit über die zu Hamburgs Partnerstadt Shanghai hinaus. Auch Projekte im sozialen Bereich müssen unbedingt Erwähnung finden, wenn über Frau Schöttlers Engagement berichtet wird. Hierzu zählen vor allem das erste SOS-Kinderdorf in China sowie die Hilfe für die Opfer des großen Erdbebens in Sichuan im Jahr 2008. Die HCG unter Federführung von Frau Agnes- E. Schüttler initiierte eine große Spendenaktion und ein Benefizkonzert und gewann dazu die Unterstützung der Chinesisch-Deutschen Gesellschaft e.V. sowie der Vereinigung der Chinesischen Kaufmannschaft e.V. In der Katharinen-Kirche erlebten die Besucher ein wundervolles Benefizkonzert mit chinesischen Musikern und dem Monteverdi-Chor. Das Konzert wurde weltweit und zeitgleich im Internet sowie im Fernsehen in ganz China übertragen. Zwei chinesische Zeitungen sowie ein Radiosender hatten Korrespondenten gesandt. Der damalige Generalkonsul Ma Jinsheng sowie Staatsrat Carsten Lüdemann erinnerten gemeinsam an die Opfer. Ein Spendenbetrag von insgesamt 21.750,- EURO konnte noch im selben Jahr im Namen der HCG der Guangping Grundschule in Sichuan überbracht werden. Der persönliche Besuch einer Vertreterin der HCG in der bergigen Region der Provinz Sichuan wurde sehr positiv aufgenommen. Von dem Geld wurde eine neue Aula erbaut, welche zu Ehren auf den Namen „Hanbao Tang“ (Hamburg-Halle) getauft wurde. 

Die genannten Beispiele stellen nur einen kleinen Ausschnitt ihres jahrelangen und unermüdlichen Schaffens dar. Hiermit dem Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen, hieße den Rahmen dieses Nachrufes bei Weitem zu sprengen. 

Wir erinnern uns deshalb in Dankbarkeit und großem Respekt an Agnes-Elisabeth Schöttler, die der HCG letztendlich zu einer einzigartigen Position im Rahmen der für die Völkerverständigung eintretenden Vereine und Institutionen verhalf. 

Die Hamburger China-Gesellschaft wird ihr ein ehrendes Andenken bewahren. 

Qiuyi Chen Präsident