Paradigmenwechsel in der TCM - Vortrag von Dr. med. Dr. phil. Thomas Ots

Paradigmenwechsel in der TCM - Vortrag von Dr. med. Dr. phil. Thomas Ots

Teehaus, Feldbrunnenstr. 68, 20148 Hamburg
24.10.2013 - 19:00

Die traditionelle chinesische Medizin – vor allem die Akupunktur, in zweiter Linie die Arzneitherapie – ist heute im Westen die beliebteste fremde Medizinform. Diese Anerkennung geht über die unzweifelhaften medizinischen Erfolge hinaus: Ihren Anhängern verleiht “die TCM“ Lebenssicherheit. Die Grenzen zwischen Medizin und Philosophie erscheinen fließend.

Konzepte wie Yin-Yang, Qi, Fünf Wandlungsphasen sind schon Teil unserer Kultur geworden. Jegliches medizinisches Denken geht von bestimmten Erfahrungen aus. Die Erklärungsmodelle für ihre Deutung verändern sich im Laufe der Zeit, vor allem dann, wenn naturwissenschaftliche Erkenntnisse philosophische Betrachtungen als überholt erscheinen lassen.

Die Akupunktur befindet sich derzeit genau in so einem Paradigmenwechsel. Durch die Anwendung der Segment-Anatomie auf die Akupunktur lässt sie sich in großen Teilen neurophysiologisch erklären und verdrängt China- Kontext-gebundene Erklärungsmodelle.

Durch diese moderne Sicht wird die Akupunktur zwar etwas entzaubert, andererseits aber auch internationalisiert: „Akupunktur wird immer weniger chinesisch.“ An ihrer Praxis ändert das jedoch überraschend wenig.